Mintel‘s Beauty and Personal Care (BPC) Analysten haben vier zentrale Trends identifiziert, die die weltweite Schönheitsindustrie über die kommenden zehn Jahre beeinflussen werden, und erläutern ihre Bedeutung für Verbraucher und Marken.

In einer Zukunft, in der die Grenze zwischen Mensch und Technik zunehmend verschwimmt und in der Wasser zur geschützten Ressource wird, während Verbraucher einen Energieschub benötigen und natürliche Inhaltsstoffe in den Vordergrund treten, müssen sich Beautymarken neu erfinden, um am Ball zu bleiben. Jane Henderson, Global President der Abteilung Beauty and Personal Care bei Mintel: „Wir leben in einer spannenden Zeit mit revolutionären Fortschritten im Bereich Technologien, Markenpartnerschaften und Produktentwicklung. Wir glauben, dass der wachsende Gegensatz zwischen individualisierter Smart Technologie und dem Trend hin zu natürlichen Inhaltsstoffen in den nächsten Jahren vermehrt Produktinnovationen im Beautybereich fördern wird. Bereits jetzt arbeiten Schönheitsmarken an neuen Produktgenerationen, die die Ansprüche von Verbrauchern an Wirkgeschwindigkeit und Effizienz erfüllen“.

DER ÜBERMENSCH

Die Grenze zwischen Mensch und Technik verschwimmt zunehmend, da Verbraucher dank intelligenter Technologien eine bessere Kontrolle über ihre Gesundheit und individuellen Bedürfnisse haben. Es mag nach Science Fiction klingen, aber dank unermüdlicher Forschungen zur erweiterten und virtuellen Realität, zur Diagnostik und zu maßgeschneiderten Rezepturen ist ein „Badezimmerlabor“ wahrscheinlicher, als man es vielleicht meinen mag. Die wachsende Beliebtheit von tragbaren Technologien ermöglicht Verbrauchern einen noch nie dagewesenen Einblick in die Funktionsweise ihres eigenen Körpers. Laut einer Untersuchung von Mintel besitzen bereits 18 % der chinesischen Verbraucher ein tragbares Gerät, während fast die Hälfte (48 %) der Anwender von Sonnenschutz im Vereinigten Königreich an einer App interessiert wäre, mit der Hautveränderungen kontrolliert werden können.

Vivienne Rudd, Director of Insight, Beauty and Personal Care bei Mintel, sagt: „Da sich Verbraucher immer mehr mit neuen Technologien vertraut machen, wünschen sie sich auch von Beautymarken Produkte und Geräte, mit denen sie ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden beobachten können. Virtuelle Spiegel und Echtzeitvisualisierung der Wirkung von Schönheitsprodukten für Haut und Haar sind der nächste Schritt im Bereich Augmented Reality. Zudem werden die sogenannten Wearables, die quasi Teil des Körpers sind, immer populärer – vom Mikropatch, der den Zustand der Haut überwacht, bis hin zu den „Ingestibles“, also schluckbaren Sensoren, die Informationen vom Magen an verbundene Geräte senden und so die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln verfolgen. Da diese Technologien Verbraucher in die Lage versetzen, die Wirkung von Schönheitsprodukten selbst nachzuprüfen, geraten Hersteller aber auch unter wachsenden Druck, ihre Wirksamkeit nachzuweisen“.

LUXUSGUT WASSER

Wasser wird in der Zukunft zu einer kostbaren Ressource, da das verfügbare Angebot mit dem Verbrauch nicht Schritt halten kann. Eine unveränderte Wassernutzung, wie wir sie in der Vergangenheit gewohnt waren, wird in den kommenden Jahren schlichtweg nicht mehr möglich sein. Ein Drittel (33 %) der Verbraucher im Vereinigten Königreich gibt an, sie würden mehr Geld für Einrichtungsgegenstände ausgeben, die Wasser und Energiekosten sparen. Beautymarken werden die Art der Herstellung und Rezeptur ihrer Produkte ebenfalls verändern müssen, um weniger Wasser zu verbrauchen. Einige Marken haben ihren Wasserverbrauch bereits eingeschränkt und neue, umweltverträgliche Schöhnheits- und Pflegeprodukte entworfen, die für ihre Wirkung weniger oder gar kein zusätzliches Wasser brauchen.

„Unsere Nachforschungen haben ein wachsendes Verbraucherinteresse an alternativen Wasserressourcen festgestellt. Hersteller werden versuchen mit diesen Alternativen einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen, da sich solche Produkte als umweltfreundlich – und als besonders exklusiv – positionieren lassen. Um an die reinsten Tropfen zu kommen, werden Firmen versuchen nachhaltiges Wasser aus Ozeanen, Lagunen und Gletschern zu gewinnen oder sogar auf Berge steigen und Nebel verflüssigen. Der Schlüssel zum Erfolg von dieser Strategie besteht darin, jüngere Verbraucher von ihren Anstrengungen zur Nachhaltigkeit zu überzeugen. Dafür müssen Produkte eine klaren Botschaft haben, auf welche Weise das Problem der Wasserknappheit gelöst werden kann. Hersteller werden künftig Verbrauchern verstärkt dabei helfen müssen, ihren Wasserverbrauch einzuschränken, und Transparenz wird so wichtig wie nie zuvor“, fährt Rudd fort.

ENERGIELIEFERANTEN

In unserer schnelllebigen, modernen Gesellschaft fühlen sich immer mehr Menschen energielos und müde. Verbraucher werden das Tempo herunterfahren und ihren Lebensstil verändern müssen, und Beautymarken setzen deswegen auf Produkte, die Energie zum zentralen Thema machen. Antriebslosigkeit scheint ein Problem von Verbrauchern auf der ganzen Welt zu sein, denn eine Untersuchung von Mintel stellt fest, dass fast vier von fünf Erwachsenen im Vereinigten Königreich (79 %) das Gefühl hassen, nicht genügend Energie zu haben. Zudem rangieren in den USA Müdigkeit und Erschöpfung an zweiter Stelle der Gesundheitsprobleme.

Vivienne Rudd hierzu weiter: „Unsere Untersuchungen zeigen, dass Verbraucher insgesamt versuchen, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu steigern. Hier werden sich Beautymarken mit Unternehmen aus der Nahrungsmittel- und Getränkebranche sowie aus dem Freizeitbereich zusammentun müssen, um Produktreihen für einen gesunden Lifestyle mit sich gegenseitig ergänzenden Inhaltsstoffen und Zielen zu entwickeln. Energielosigkeit wird auch in den kommenden zehn Jahren ein entscheidendes Thema sein. Marken müssen glaubhaft zeigen, wie ihre Produkte den Energievorrat von Verbrauchern positiv beeinflussen können. Es wird bereits fieberhaft an energiesteigernden Produkten geforscht, vor allem im Bereich der Haut- und Haarpflege. Es ist zu erwarten, dass mehr Hersteller von Haarpflege Produkte auf den Markt bringen, die die Struktur und Lebensdauer der Haare durch die Stimulierung der Zellenergie verbessern. Zudem wird es eine neue Generation von Farbkosmetika geben, die den Energiehaushalt der Haut und ihr äußeres Erscheinungsbild aufpolieren wird“.

KÜCHENKOSMETIK

Ein altes Sprichwort sagt: „Es kommt auf die inneren Werte an.“ Und letztlich kann man die Inhaltsstoffe eines Produkts nur dann wirklich kennen, wenn man es selbst hergestellt hat. Deswegen treten Schönheitsprodukte jetzt aus dem Schatten der Labors und zeigen sich im Rampenlicht der Verbraucherküchen. Veränderungen der Einstellung hin zu natürlichen Inhaltsstoffen haben als Katalysator beim Siegeszug der „Küchenkosmetik“ fungiert – Produkte, die auf dem Küchentisch hergestellt werden können, die aber dennoch auf dem Stand der neuesten Beautytrends sind. Diese Entwicklung wird vom Wunsch der Verbraucher nach mehr Kontrolle angetrieben. Fast die Hälfte (48 %) der italienischen und spanischen Verbraucher kauft natürliche und Bio-Körperpflegeprodukte, weil sie davon überzeugt sind, dass diese Produkte besser für ihre Gesundheit sind.

„Traditionelle Haushaltsmittelchen werden allmählich zum Mainstream, da immer mehr Verbraucher ihre eigenen Schönheits- und Körperpflegemittel zusammenstellen. Beautymarken müssen künftig ihren Fokus auf handwerkliche Herstellungsverfahren richten, gleichzeitig aber auch eine unkomplizierte Herstellung für Verbraucher zu Hause möglich machen. Wenn wir uns die kommenden zehn Jahre anschauen, dann sehen wir Hersteller, die sich von den Kochboxen der Lebensmittelunternehmen inspirieren lassen und das Modell der Beauty-Box auf das nächste Level heben. Beautymarken werden ebenfalls Partnerschaften mit Haushaltwarenherstellern eingehen und Küchengeräte sowie Aufbewahrungsprodukte entwickeln. Vor dem Hintergrund des wachsenden Interesses an einem natürlicheren Lebensstil werden Verbraucher zunehmend in den Entwicklungsprozess eingebunden, um die Rezepturen von Schönheits- und Körperpflegeprodukten transparenter zu machen“, schlussfolgert Rudd.

11.01.2016; Quelle: Mintel Group Ltd.; Bild: Fotolia

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