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Schauen wir heute auf die Entwicklung der Spa-Branche zurück, so ist nicht nur in Planung und Bau von Anlagen, sondern auch in der Angebotsbreite der Behandlungen zum Teil forcierter Wildwuchs entstanden. Dabei fällt auf: Vielen Instituts- und Spa-Betreibern ist nicht bewusst, dass mit der Kreation eines Spa Menüs ganz wesentliche wirtschaftliche Faktoren zusammenhängen.

So wird in der Praxis nur selten über Hitlisten analysiert, was die eigenen Gäste und Kunden tatsächlich wünschen und buchen. Dennoch ist es spannend, dass trotz dieser großen, medial hervorgehobenen Trends die Top 7 der Buchungshitlisten, nahezu weltweit, sehr ähnlich aussehen. Damit sind wir am Punkt:

Es gibt kein Allround-Spa Menü

Ein Basis-Spa Menü sind die im Allgemeinen wichtigen „must haves“. Diese ändern und erweitern sich in Abhängigkeit der Konzeption, Zielgruppe und Kernkompetenz. Ist das Spa an einem Golf-Resort angesiedelt, dann ist eine spezifische Golfbehandlung und Kinesiotaping Standard. Ist Medical Beauty ein Schwerpunkt, dann müssen hierzu spezielle Anwendungen im Spa Menü auffindbar sein. Hat das Spa die Zielgruppe Sportler, sind sportspezifische Anwendungen erforderlich. Doch so wenig wie es das Standard-Menü im Restaurant gibt, kann es ein für alle Kundinnen und Kunden gültiges Standard Spa-Menü geben. Ausgangspunkt der Angebotsüberlegungen sollte immer die Frage sein: Welche Anwendungen sind für unsere Gäste relevant?

Thema Warenlager und Kapitalbindung

Wichtige Überlegungen bei der Breite des Spa-Menüs sind auch die erforderliche Warenbevorratung und der Workflow: Wer braucht welche Waren in welchem Raum? Wie kann der Kabinettwareneinsatz zentral über eine Vorbereitungsküche reduziert werden? Neben Haltbarkeit und Mikrobiologie ist bei den Produkten wie auch Räumen zu betrachten: Welche Produkte sind multifunktional, also für mehrere Anwendungen anwendbar? Ist es sinnvoll und erforderlich, das Gesamtsortiment an Kabinenware aller Lieferanten vorrätig zu haben? Wie hoch wird das Minimum-und Maximum-Lager gehalten? Gibt es dafür Richtlinien im Spa? Wie ergiebig sind die Produkte? Wie liegen die Kosten des Wareneinsatz für welche Produkte? Und sind diese in der Kalkulation berücksichtigt?

Infolge der gesetzlichen Vorschriften für Haltbarkeit haben sich die Gebindegrößen ohnehin eher verringert. Daher lohnt sich oft ein Blick auf die tatsächlichen Wareneinsatzkosten. Zudem schnüren die meisten Lieferanten sehr attraktive Einkaufs-Packages zu Neu- oder Aktionsware, die von großem Vorteil für die Wirtschaftlichkeit des Spas sind.

Generell gilt: Wenn Anwendungen weniger als ein Mal pro Woche/Monat (in Abhängigkeit der Teamgröße) gebucht werden, sind sie zu hinterfragen. Denn letztlich ist die Warenbevorratung dann nicht mehr wirtschaftlich darzustellen. Ist das betreffende Produkt dann auch noch in mehreren Anwendungsräumen bevorratet, entbehrt dies jeglicher unternehmerischen Überlegung.

Checkliste: Faktoren für eine sinnvolle Warenwirtschaft

  • Ausrichtung der Warenbevorratung Kabinett nach Hitliste

  • Prüfung der multifunktional einsetzbaren Produkte

  • Zentrierung eines Großteils der Produkte in der Vorbereitungsküche und Portionierung der pro Behandlung erforderlichen Anwendungsmenge

  • Nicht „alles von allen“, sondern Unterteilung in Haupt- und Nebenlieferanten

  • Überprüfen der Einkaufsumsätze: Es ist sinnvoll, sich auf wenige Partner zu beschränken und mit diesen gute Umsätze zu machen, um in die Bonus- und Unterstützungssysteme zu gelangen.

  • Prüfen, was sich bereits alles in den Anwendungsräumen angesammelt hat

  • Reduzieren des Verkaufssortiments auf die zielgruppenausgerichteten Gastwünsche

  • Zentrale Warenlager mit Ausgabe- und Verbrauchskontrolle

  • Warenwirtschaftssysteme der Spa-EDV-Programme

Kluge Warenwirtschaft

Die manuelle oder EDV-gestützte Warenwirtschaft gehört zu jedem Spa, gleich welcher Größe. Als Orientierung gelten die Wareneinsatzkennzahlen von 12 % in der Mischkalkulation. Um diese qualifizieren zu können, ist es nach wie vor sehr wichtig, jeweils zu betrachten, wo die Anwendungen liegen. Es kann durchaus die eine oder andere Anwendung bei 12 – 15 % Wareneinsatz liegen. Dann ist die gesamte Auswertung zu betrachten.

Die Wareneinsätze fallen, neben den Kosmetikanwendungen, vor allem bei den Wellnessanwendungen wie Peeling und Packung in hohem Maße an. Bei Massageanwendungen hingegen liegen die Wareneinsätze dafür auch wieder bei 5 -7 % pro Anwendung.

Insgesamt gilt es, die Betrachtung der Sortimentsbreite und Warenwirtschaft kontinuierlich aufrechtzuerhalten, also eine monatliche Inventur aller Produkte, auch den angebrochenen, durchzuführen.

Dagmar Rizzato, Inhaberin Rizzato Spa Consulting

08.07.2015; Quelle: spa business magazine 2/2015; Bild: pixelio_Günther Havlena

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