Spa Portraits

 

 

Das La Cheneaudière liegt in den Vogesen, eine knappe Stunde hinter Straßburg. Es ist ein familiengeführtes Haus, das sukzessive erweitert wurde. Hier ist vieles anders als anderswo und was in Deutschland eher hinter vorgehaltener Hand zugegeben wird, wird hier offen gelebt: „Die Gäste wollen vor allem entspannen und gut essen.“


 

Vor drei Jahren investierten die Inhaber in einen neuen Spa-Bereich – rund 2.000 m², Investitionssumme etwa 4,5 Millionen Euro. Realisiert wurde der Bau vor allem mit lokalen Handwerkern und dem Hausarchitekten. Umfangreiche persönliche Recherchen der Hoteliersfamilie in europäischen Spas gingen dem Umbau voraus. Heute unterscheidet sich das Spa in seinen Attraktionen deutlich von den Mitbewerbern im deutschsprachigen Raum. Da es in Frankreich eine weniger ausgeprägte Saunakultur gibt, auch weniger öffentliche Bäder und Thermen, erwarten französische Gäste ein anderes Angebot. Der Schwerpunkt hier liegt eher auf Wasserattraktionen und die Treatments haben einen ausgeprägten Spa-Bezug, ganz nach dem Motto: Warum sollen Gäste ein Spa aufsuchen, in dem sie eine „normale Rückenmassage“ oder eine „normale Gesichtsanwendung“ erwartet? Erlebnisse zu bieten, die es so nur im La Cheneaudière gibt, ist der Anspruch der Inhaberfamilie.

 

"Die Deutschen verstehen unter Wellness, nackig auf einer Holzbank sitzen und bei 90 °C schwitzen. Die Franzosen hingegen ziehen sich hübsch an und gehen ins Restaurant."

 

 

 

Regionale Elemente bestimmen das Design

 

Natur und Felsen sind die zentralen Designelemente im Spa, denn nirgends erholt sich der Mensch besser als in der Natur. Dem wurde Rechnung getragen, indem vorwiegend natürliche Baumaterialien zum Einsatz kamen – viel Holz, gewachsene Steine, aber auch Fell und Wasser. Die Felsen sind charakteristisch für die Region um Colroy-la-Roche. Zu den Besonderheiten im Spa gehören „lebende grüne Wände“, vertikal bepflanzte Wandelemente.


Der Spa-Bereich erstreckt sich über drei Etagen. Unten befinden sich der Empfang und der Wartebereich, in dem sich die Gäste mit den Therapeuten zu den Anwendungen treffen. Dazu ein warmer Solepool, Softpackliegen, ein Kaltwasser-Pool und als besondere Attraktion der Ruhebereich „Auenwald“, für den man Wasserbetten und Birkenstämme ins Wasser gestellt hat. Hier herrscht eine Atmosphäre der besonderen Ruhe. Im ersten Stock sind das große Thermalbecken mit der Möglichkeit nach draußen zu schwimmen, die Regenwalddusche, ein Hot Tub sowie die Spa-Bar mit Durchgang in den Freibereich, untergebracht. Durch großzügige Fensterflächen haben die Besucher einen freien Ausblick auf den Wald der anderen Talseite. In der 3. Etage des Spa-Bereichs findet man einen großer Ruheraum, die Anwendungsräume, zwei Kraxenöfen und eine Aromasauna. Über eine Hängebrücke erreichen die Gäste die Panoramasauna im Freibereich. Zum Freibereich gehören ein Naturbadeteich, Liegeflächen und eine Außensauna.

 

Das gesamte Spa, inklusive des Saunabereichs, ist – typisch für Frankreich – Textilbereich. Die Gäste nutzen vor allem die Wasserangebote und die Ruheräume. In den Saunen wirken sie teilweise etwas hilflos. Dem möchte Nicolas Decker zukünftig etwas entgegenwirken, indem geführte Saunaevents angeboten werden sollen.

 

Klassische Anwendungsräume mit Liege und ein wenig Technik gibt es im La Cheneaudière nicht. Die Anwendungen finden entweder in den Spa-Suiten „Le Forêt“, „La Prairie“, „Montagne“ oder im Flotarium statt. Der Name der jeweiligen Suite bezeichnet auch das Design. Für jeden Raum wurde eine spezielle Anwendung kreiert. Alle Suiten sind auf Paar-Treatments ausgelegt und mit je zwei Anwendungsliegen und Einzelwannen oder einer Paarwanne ausgestattet.

 

 

Pflege aus der Natur hergestellt für das Spa

 

Für das Spa wurde eine eigene Kosmetiklinie entwickelt. Sie basiert auf den fünf wichtigsten Heilpflanzen der Region: Königskerze, Spitzwegerich, Holunderbeere, Heidekraut und Heidelbeere. Die Produkte werden in einer kleinen Kosmetikmanufaktur in Saverne speziell fürs La Cheneaudière hergestellt, und zwar alle drei Monate, sodass saisonal produziert werden kann und kaum Lagerhaltung anfällt. Die Linie besteht aus sechs verschiedenen Produkten und deckt die überwiegende Mehrzahl der Anwendungen für die gesunde, reifere Haut ab. Die Kabinenprodukte werden überwiegend frisch vor jeder Spa-Behandlung zusammengemischt. Zu den Bestandteilen der Kabinenkosmetik gehören hauptsächlich Honig, Milch, Crème Fraîche, Joghurt, Quark, Haferflocken, Zucker, Salz und Kräuter – alles kommt aus der Region. Auch mit einer lokalen Kleinbrauerei kooperiert das Spa, denn Bierhefe ist bei fast allen Hautproblemen ein hervorragendes Kosmetikum.

 

Es werden vor allem Körperanwendungen als Entspannungsmassagen angeboten und nachgefragt. Gesichtstreatments können dann als Aufpreis hinzu gebucht werden. Die Massagen werden stets von Kosmetikerinnen durchgeführt. Der Beruf des Physiotherapeuten ist in Frankreich ganz anders aufgebaut (es wird hochwertiger ausgebildet), deswegen steht ein Physiotherapeut nicht für Massagen in Wellnessanlagen zur Verfügung. Im Spa sind insgesamt 14 Personen beschäftigt: ein Bademeister, eine Mitarbeiterin an der Rezeption sowie 12 Kosmetikerinnen.

 

"Das La Cheneaudière bietet vom Restaurant über den Wellnessbereich bis hin zu den Treatments außergewöhnliches – eben einfach mehr als das Restaurant, die Therme oder die Kosmetikerin um die Ecke."

 

In Frankreich gibt es ähnliche Probleme mit der Kosmetikausbildung wie in Deutschland. Gute Kosmetikerinnen erkennt man an ihrem beruflichen Werdegang. Sie verdienen etwa 1.500,- Euro netto. Bewährt hat sich die Mischung aus einem Stammteam, das ganzjährig im La Cheneaudière beschäftigt ist, und weiteren jungen Mitarbeitern, die noch Erfahrungen sammeln wollen und nach rund sechs Monaten weiterziehen.

 

Day Spa-Besucher sind willkommen

 

Die Besucher des Spas sind Hotel-, aber auch Day Spa-Gäste. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Haus ist mit 1,3 Nächten im Durchschnitt sehr kurz, aus diesem Grund spielen Angebote zur Frühan- oder Spätabreise eine wichtige Rolle. Der Day Spa-Besuch kostet 85,- Euro pro Person und beinhaltet die Nutzung von 10.00 bis 19.00 Uhr inklusive Mittagsbuffet, bestehend aus Suppe, vegetarischer Platte, Früchte und Salate, sowie Kuchen und Früchtebuffet ab 15.00 Uhr, dazu ein Korb mit Handtüchern. Die Gäste sind in der Regel aus Frankreich (Straßburg, Colmar, Nancy, Épinal). Man findet hier so gut wie keine Deutschen. Fast alle Hotelgäste nutzen auch das Spa. Der Stammgästeanteil des Hauses liegt bei etwa 25 Prozent. Viele kommen auch über Gutscheine ins La Cheneaudière, die man an 44 Verkaufsstellen in ganz Frankreich erwerben kann. Eine sehr wichtige Kooperation ist die mit Relais & Châteaux, denn hierfür gibt es viele Fans, die gerne verschiedene Häuser ausprobieren.

 

Nach dem Bau des Spas wurden die Preise allgemein angehoben. Jetzt drei Jahre später hat sich eine ausgesprochene Spa-Kundschaft entwickelt. 25 Prozent der Gäste buchen eine Spa-Anwendung.

Werbung für das Haus wird in Zeitschriften, aber auch im Radio und bei passenden Sendungen im Fernsehen gemacht. Selbstverständlich setzt man auch auf Social Media. Einen hohen Stellenwert haben die Pressearbeit sowie die Teilnahme an Awards und die damit verbundene Aufmerksamkeit. So erhielt das Le Cheneaudière zum Beispiel den Preis als bestes Spa in Europa.

Die nächste Erweiterung steht ab März 2017 an. Das Restaurant wird vergrößert, auf dem Dach entsteht eine Spa-Terrasse mit Whirlpool und draußen soll es zusätzliche Liegeplätze geben. Solche Ausbauten bzw. Renovierungen werden als Stammgästemarketing genutzt und an verschiedenen Stellen im Haus kommuniziert. Stammgäste planen ihre Aufenthalte tatsächlich nach den Bauabschnitten. Sie sind neugierig und freuen sich darauf, Neues zu entdecken.

 

Mehr Informationen finden Sie unter: http://www.cheneaudiere.de/

 

 

Klein & unendlich fein ...
– Gut Varendorf im niedersächsischen Rieste bei Osnabrück

 

In diesem Jahr feiert Claudia Gellersen mit ihrem Gut Varendorf 30-jähriges Jubiläum. Das Haus gehört zu den letzten Beautyfarmen der Spitzenklasse, von denen es nur noch eine Handvoll in Deutschland gibt. Vom Relax Guide, dem führenden Wellnesshotelführer, mit 3 Lilien ausgezeichnet und heute schon bis in das Jahr 2018 hinein ausgebucht.

 


 

1240 als freier Hof in der Bauernschaft Rieste erbaut, wurde das Gebäude im 16. und 18. Jahrhundert als Herrenhaus genutzt. Aus dieser Zeit stammen die herrschaftlichen Zimmer und Stuben sowie das Torhaus. In den alten Gewölben herrscht heute familiäre Wohnzimmeratmosphäre: Nachmittags wird selbstgebackener Kuchen zu Tee oder Kaffee serviert und das Abendessen findet in einem romantischen Speisegewölbe statt. Was so herrlich und gemütlich anmutet, hat die Inhaberin Claudia Gellersen, die gelernte Kosmetikerin ist, nach und nach renoviert, auf- und umgebaut. Für die erste Kosmetikkabine wurden einfach die Wände frei geklopft, neben der Liege stand ein Plastikstuhl, die Oma hat gekocht und den Kuchen gebacken – es ist die sagenhafte Erfolgsgeschichte einer willensstarken, perfektionistischen Frau, die mit Leidenschaft Beruf, Führung und Familie vereinbart.


Heute ist das Gut Varendorf eingebettet in eine 25.000 m² großen Parklandschaft mit einem schönen Teich in der Mitte, einem Beleuchtungskonzept für die Inszenierung auch bei Nacht, die zu jeder Jahreszeit ihren Reiz hat und natürlich von März bis Oktober eine Blütenoase mit allerlei Bäumen und Sträuchern ist. Das Haus verfügt über 19 Wohlfühlzimmer im Bungalowstil. Jedes ist anders, aber alle sind sehr geschmackvoll und zeitlos eingerichtet – entweder romantisch im Laura Ashley-Stil oder klassisch und modern mit Mut zu Farbe und Lust am Detail. Alle Zimmer haben eine persönliche, individuelle Note. Claudia Gellersen achtet auch in den Gästezimmern auf Kleinigkeiten. Hier findet man zum Beispiel einen Spiegel, in dem man auch den Hinterkopf sieht, um zu prüfen, ob die Frisur perfekt sitzt. „Komfort kann man sehen, Harmonie und Energie muss man spüren – und es sind oft die kleinen Dinge, die den Unterschied ausmachen“, erläutert die umsichtige Inhaberin.

 

 

 

Auch eine Beautywoche will geplant sein!


43 Beautywochen mit maximal 1.000 weiblichen Gästen im Jahr können in den Programmen Silber (Fokus auf Gesicht und Körper), Silber Body Pur (nur Körperprogramme) sowie Gold oder Gold Body Pur von 935,- Euro im Doppelzimmer bis 2.219,- Euro in der Einzel-Suite gebucht werden. Je nach gewähltem Schwerpunkt, sind unterschiedliche Anwendungen enthalten. Über das Einführungs- und Beratungsgespräch am ersten Tag des Aufenthalts wird jede Dame von Claudia Gellersen geleitet. Stammkundinnen (90 Prozent) kennen den Ablauf und wissen in der Regel ziemlich genau, was sie wollen. Claudia Gellersen hat aber auch diese Damen fest im Blick und weiß, was möglicherweise für die ein oder andere interessant sein könnte und eine schöne Neuheit wäre. Sie achtet sehr darauf, was Sinn macht und wie die Wünsche ihrer Kundinnen in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht werden können. Neukunden sind am Anfang noch etwas zögerlich, buchen dann aber während des Aufenthalts gerne nach. Und wenn die Besucherin bestimmte Wünsche an die Therapeutin hat, wird darauf eingegangen. Sonntags macht die Firmenchefin die Wochenpläne für die Farmkundinnen fertig, sodass alle am Montagmorgen ihren Plan zum Frühstück vorliegen haben. Früher geschah das noch von Hand und mit dem Bleistift, heute computergestützt mit einem individuell auf die Farm angepassten Planungsprogramm von arqsoft.

 

Zum Wochenplan der Basisbehandlungen, die in den Silber- und Goldangeboten integriert sind, können Upgrades zugebucht werden. Die fünf Farben des Spa-Menüs geben Wunschfelder an und dienen der Orientierung im Spa-Angebot, zum Beispiel Entspannung mit Ayurveda, Reiki, Lomi Lomi oder Detox mit Bioimpedanzanalyse, Lymphdrainage, Thalassoanwendungen und Vitalwickeln, Bädern oder auch der Detox- Gesichtsbehandlung von Maria Galland. Mobilisation ist ein weiteres Angebot, bei dem es darum geht mit gezielten therapeutischen Massagen, Blockaden zu lösen und die Gelenke zu mobilisieren. Die Nachfrage nach Massagen hat zugenommen, da Frauen oft den ganzen Tag vor dem Computer sitzen. So kann es sein, dass eine Frau sich nach einer Krankheit Detox und Gesundprogramme bucht oder aber einen Abnehmwunsch mit Personaltraining und bestimmter Ernährung äußert.

 

Alles für Schönheit und Wohlbefinden

 

Der Spa-Bereich im Gut Varendorf ist bestens ausgestattet: Es gibt acht Kosmetikkabinen, ein Massagehaus, vier Massage- und zwei Fußpflegekabinen, den Fitnessraum mit EMS, Power Plate und Crosstrainer, ein Raum für Gymnastik und ein Saunabereich mit Dampfsauna und einer Panoramasauna mit Blick in den Park sowie ein 28 Grad warmer Pool für Aquafitness und ein Whirlpool. Auch die Sonnenbank wird nach wie vor gerne gebucht, vor allem in den Wintermonaten.

 

Wenn eine Kundin ankommt, werden zunächst Einzelgespräche geführt. Montags startet das Programm und beginnt immer mit einer Körperbehandlung, um die Frauen erst einmal zu entspannen und ankommen zu lassen. Sie werden gepeelt und gepflegt – und zwar auf dem Zimmer im eigenen Bett und erfahren so eine schöne Form von Geborgenheit. Am nächsten Tag kommt dann die Gesichtskosmetik an die Reihe. Sie startet mit einer Fußbehandlung, gefolgt von einer Diagnose, Tiefenreinigung und Peeling. Danach werden die „Baustellen der Haut“ behandelt, ausgereinigt, gepflegt und massiert. Die Kosmetikerin nimmt sich richtig viel Zeit und so wird der Pflegeplan ausgebaut. Gesicht und Dekolleté in der Folge weiter gepflegt. Dazu kommt immer ein Leberwickel, der während der Behandlung im Gesicht für ein entspanntes Gefühl sorgt und den gesamten Organismus entlastet. Der Leberstoffwechsel wird unterstützt und die Entgiftung angekurbelt (auch während der Mittagsruhe ist der Leberwickel beliebt). Das dekorative Thema kommt erst wieder ganz am Schluss des Aufenthalts dazu. Die Haut erholt sich hier mit viel Pflege, aber zunächst einmal pur und ohne Make-up. Die Body pur-Woche, die nur Körperbehandlungen inkludiert und keine Gesichtskosmetik, ist eine Alternative für alle, die den Wunsch haben mehr für ihren Körper zu tun.
Jeden Mittwoch kommen Stylisten aus Osnabrück in die Farm und beraten ganz unverbindlich zu Stil, Mode und Frisur. Wer möchte kann am letzten Tag frisch frisiert oder auch komplett verändert mit perfektem Make-up, gepflegt von Kopf bis Fuß, herrlich entspannt und gut erholt wieder nach Hause fahren.


„Beim Thema Service gehe ich von mir aus. Als wir zum Beispiel den kalten Winter hatten, kamen wir auf die Idee, unseren Gästen abends eine Wärmflasche ins Bett zu legen. Das wurde so begeistert angenommen und jetzt sogar im Sommer verlangt. Ein anderes Beispiel ist, dass wir bei Bedarf im Winter die Autoscheiben vom Eis befreien oder im Sommer den Eincremeservice nach draußen schicken, um den Sonnenden einen Sonnenschutz anzubieten“, berichtet Claudia Gellersen. Es sind die kleinen Details, die den Aufenthalt so besonders machen.

 

 

 

Ungeschminkte Wohlfühlzeit für die weibliche Zielgruppe


Was die Kundinnen angeht, ist von 18 bis 80 Jahren, von Hausfrau bis Ärztin alles vertreten. Sie können alles nutzen, müssen aber nichts machen und verbringen den Tag im Bademantel. Einige würden eher auf eine Fernreise oder den Jahresurlaub verzichten als auf diese eine Woche. „Wir dürfen dabei nicht vergessen, wir sind in Rieste – nicht im Harz, nicht am Meer“, sagt Claudia Gellersen lächelnd. „Ich habe den Eindruck, dass die Menschen noch gestresster sind als früher und das große Drumherum gar nicht mehr brauchen. Die Woche bei uns ist daher eher eine Reise wieder zurück zu sich selbst, mit gesunder Ernährung, Erholung und dazu noch unter Gleichgesinnten“, erklärt sie. Aber die Ansprüche seien gewachsen und Stillstand sei Rückschritt – zwei Jahre nichts zu machen, nicht zu erneuern, nicht zu schulen, nicht zu investieren, das gehe einfach nicht mehr in der heutigen Zeit. Die Gästebücher mit den liebevollen bebilderten Einträgen zeigen seit 1998 wie glücklich die Frauen hier sind. Die Mehrzahl der Gäste kommt aus dem Ruhrgebiet, aus Berlin, aus Hamburg, manche sogar aus den Niederlanden, der Schweiz und Österreich. Man kann hier ganz für sich allein sein oder die Geselligkeit bei Spieleabenden suchen.

 


Da ja eigentlich immer die Hälfte der Kundinnen in Behandlung ist, steht den übrigen zehn Gästen ein wunderbares Refugium mit viel Platz zur Verfügung. Man kann sich richtig schön ausbreiten und meistens besteht gar nicht der Wunsch, die Farm während des Aufenthalts zu verlassen. Im Bienenhäuschen, in dem eine Kaffeemaschine und alle Getränke bereit stehen, darf übrigens auch geraucht werden. Die Damen verfolgen ihre Farm äußerst aktiv und mit viel Anteilnahme auf Facebook (sind so auch unter dem Jahr auf dem Laufenden und wissen, was im Haus passiert und sich verändert hat).

 

Auch eine Clubkarte hat Claudia Gellersen entwickelt, um ihren Kundinnen während des Jahres das Bestellen von Produkten zu ermöglichen. Die Bestellungen werden als Erlebnispäckchen mit kleinen Überraschungen, Sondergrößen und Proben zusammengestellt. Ein Prozent der bestellten Summe spendet sie an ein Kinderhospiz. Die Kundin sammelt durch den Einkauf Bonuspunkte, die wiederum zu Prozenten auf Zusatzbehandlungen führen. Oft sind die Kundinnen nach den Aufenthalten viel körperbewusster, haben Lust auf Körperbehandlungen und wissen, dass die Körpercreme einer Profimarke gar nicht so viel teurer ist als die Produkte, die sie sonst verwenden. Die Einführung der Clubkarte hat sich bewährt.

 

 

 

 

Zum Wohle der Mitarbeiterinnen


30 Mitarbeiterinnen kümmern sich um die 23 Gäste, gut die Hälfte ist zwischen zehn und 20 Jahren im Team. Jede Mitarbeiterin hat ihre Kabine, in der sie sich wohlfühlt und die vom Stil her zu ihr passt. Die Teilzeitkräfte teilen sich jeweils eine. In der geschreinerten Behandlungszeile befindet sich ein Apothekerschrank mit drei Schubladen für die Kabinenware der Pflegemarken Babor, Maria Galland und Valmont. Jede Kabine hat eine eigene Mikrowelle, um die Roggenkissen für den warmen Leberwickel vorzubereiten. Die beiden Fußpflegekabinen sind in den Schießscharten des Rittergutes und in den kleinen Räumen untergebracht. Sie haben einen ganz eigenen Charme.
„Unsere Mitarbeiterinnen sind oft fitter, als manche Schulungsleiterin unserer Beautymarken“, sagt die Chefin schmunzelnd. Aber eine Auffrischung schade nie und bei kosmetischen Behandlungen müsse man einfach am Ball bleiben. Jeden Monat sind Schulungen im Haus! Auch Coaches und Trainer werden regelmäßig eingeladen und schulen produktunabhängige Themen. Und bevor eine Jungkosmetikerin am Gast arbeiten darf, wird zunächst an Claudia Gellersen trainiert.

 

„Im ersten Gästezimmer stand ein Bett und ein Schwarz-Weiß-Fernseher – so bin ich vor 30 Jahren gestartet“, sagt Claudia Gellersen heute.

 

Neun Wochen im Jahr ist die Farm geschlossen. Das bedeutet Urlaub für die Mitarbeiterinnen. Im Sommer sind es drei, um Weihnachten vier Wochen und je eine Woche an Ostern und im Oktober. Die Kosmetikerinnen und Masseurinnen haben eine Fünftagewoche von Montag bis Freitag und freuen sich über eine gute Arbeitgeberin, die auch für Teammotivation sorgt. Ob das ein Ausflug mit der AIDA zum 25. Jubiläum war oder Anfang 2017 eine Beautywoche auf der Farm für die Mitarbeiterinnen, die dabei selbst zu Kundinnen wurden und alle Anwendungen sowie Massagen (sie behandelten sich gegenseitig in der eigenen Kabine) erleben konnten. Als Coach und Trainer schulte Peter Rust noch einige Punkte und setzte den fachlichen Rahmen. Ein Gourmetkoch trainierte die Köchin des Hauses und zusammen bekochten sie das Team. Zum Abschluss wurde eine 70iger-Jahre-Party mit einem ABBA-Double gefeiert.

 

Die Mitarbeiterinnen fühlen sich wohl und sind dem Unternehmen sehr verbunden. Alle freuten sich riesig als sie im Mai 2015 ihre neuen Kabinen, die umgebaut und komplett renoviert wurden, in Betrieb nehmen konnten.

 

Von Massagen bis Fitnesstraining

 

 

 

In Thailand hat die Farmchefin die professionell durchgeführten Massagen kennen gelernt und kam mit dem festen Willen nach Hause, sie auch auf ihrem Gut umzusetzen. Sie baute mitten im Park das Thai-Haus und ging so lange auf Personalsuche bis sie eine Thailänderin kennenlernte, die an der königlichen Schule in Bangkok das Handwerk der Thai Massage gelernt hat. Jetzt massiert Thun im Thai-Haus des Gut Varendorf. Sie tritt zunächst hinter die Kundin, schaut nach Verspannungen, Haltung und Gang und setzt dann über Sehnen und Druckpunkte ihr ganz besonderes Handwerk in Gang. Keine Massage ist wie die andere. Thun meditiert nach jeder Kundin und holt sich so ihre Kraft zurück. Claudia Gellersen ist später noch einmal mit Thun nach Thailand gefahren, auf der Suche nach einer weiteren solchen Therapeutin – leider ohne Erfolg. „Bevor ich eine Mitarbeiterin auf die Farm hole, die nicht passt, verzichte ich lieber ganz“, resümiert sie.


Für die medizinischen Massagen stehen vier Kabinen und zwei medizinische Masseurinnen zur Verfügung, die vorher in Krankenhäusern gearbeitet haben, viel Erfahrung besitzen und Vollprofis sind. Sie führen Lymphdrainagen, Fußreflexzonenmassagen oder die Colon Kombi für Frauen mit Magen-Darm-Beschwerden durch. Auch eine Spezialistin für Shiatsu ist darunter. Die Wellnessmassagen werden von Tanja, einer Ayurvedatherapeutin und Lomi Lomi Spezialistin, durchgeführt. Colon Kombi ist beispielsweise eine kurze Fußreflexzonenmassagen mit anschließender Lymphdrainage am Bauch gegen die heutigen „Stressbäuche“, die vermutlich auch durch die vielen Unverträglichkeiten entstehen.

 

Eine Mitarbeiterin ist ausgebildete Fitnesstrainerin und führt die Kundinnen durch die Fitnessprogramme. Fitnesseinheiten gibt es für Frühaufsteher wie für Langschläfer, meistens in Kleingruppen von fünf bis sechs Personen. Jumping Fitness, Bauch-Beine-Po, Yoga und Aquafitness oder progressive Muskelentspannung am Abend stehen auf dem Programm. Für die Silhouette gibt es ein maßgeschneidertes Personal Fitnesstraining mit Cardiotrainer, EMS und Power Plate. Im Sommer ist, unabhängig vom Wetter, draußen Radfahren angesagt, gerne auch nach dem Abendessen.

 

"Alle Mitarbeiterinnen erhalten Provisionen auf den Verkauf von Behandlungen und Produkten, die zweimal jährlich ausbezahlt werden."

 

EMS und Power Plate werden beispielsweise kombiniert, um den Rücken in der Woche zu kräftigen oder um bei „Chicken Wings“-Behandlungen gegen das erschlaffte Gewebe an den Oberarmen anzugehen. Das Geheimnis ist die Kombination aus diesen drei Geräten. Auch Faszientraining und sogar Yoga lassen sich gut mit Power Plate kombinieren. Die enorme Durchblutung und die Kombinationen sorgen für schnelle Effekte. In einer Woche könne man Ziele erreichen. An einem Wellnesswochenende sei es eher ein Erholen und Durchatmen.
„Wenn unsere Kundinnen abreisen, sind sie in vielerlei Richtungen motiviert: Die einen achten auf Körperpflege, andere melden sich anschließend bei einem Fitnessstudio an und selbst absolute Kosmetikmuffel gehen plötzlich regelmäßig zur Kosmetikerin. Es ist einfach wunderbar, das zu erleben“, sagt die pfiffige Inhaberin und ist zu recht stolz auf ihren Erfolg.

 

Hier werden nicht nur die Falten geglättet, hier wird auch die Seele gestreichelt.“ Zitat Gästebuch

 

Was ist Bioimpedanzanalyse?

Sie ergänzt das gesundheitliche Angebot im Gut Varendorf: Die Kundin erhält hierbei nach einer kurzen Analyse (bei der sie entspannt liegt und über Klebeelektroden ein nicht spürbarer Strom durch ihren Körper geleitet wird, der die Körperstrukturen misst) einen schnellen Check (über Vergleiche und Referenzwerte anderer Personen aus klinischen Studien), der detailliertere Angaben als der BMI zulässt und Körperwasser, fettfreie Masse, Magermasse, Fettmasse und Körperzellmasse ermittelt (denn Strom fließt leichter durch Muskulatur als durch Fett: Bioimpedanz = der gemessene Fließwiderstand). Die Bioimpedanzanalyse wird in das Detox und Medical Wellness Programm des Hauses eingebunden und ist auch eine gute Motivation, zu Hause auf Ernährung zu achten und mehr Sport zu treiben. Beim nächsten Aufenthalt wird dann mittels Verlaufsmessung kontrolliert.

 

Mehr Informationen finden Sie unter: www.gut-varendorf.de

Naturresort Schindelbruch: Klimahotel-Konzept eines 4 Sterne Superior-Hauses

 

Das “Schindelbruch” im Südharz gehört laut Relax Guide zu den 20 besten Wellnesshotels Deutschlands. Das Konzept: Resorthotellerie mit nachhaltigem Hintergrund. Auf Luxus und Verwöhn-Extras müssen Gäste dabei dank intelligenter Ressourcen-Nutzung in keinster Weise verzichten.

Das Almdorf Seinerzeit in Patergassen bei Bad Kleinkirchheim (Kärnten) in Österreich steht für einen neuen Trend in der Hotellerie: mehr Privatsphäre für die Gäste. Oder anders ausgedrückt: Es werden die Vorteile eines Aufenthalts in einem Ferienhaus mit den Annehmlichkeiten eines Urlaubs im Hotel kombiniert – und zwar auf 4- bis 5-Sterne-Niveau.

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