Das Almdorf Seinerzeit in Patergassen bei Bad Kleinkirchheim (Kärnten) in Österreich steht für einen neuen Trend in der Hotellerie: mehr Privatsphäre für die Gäste. Oder anders ausgedrückt: Es werden die Vorteile eines Aufenthalts in einem Ferienhaus mit den Annehmlichkeiten eines Urlaubs im Hotel kombiniert – und zwar auf 4- bis 5-Sterne-Niveau.

Anstelle von Zimmern bietet das Almdorf Seinerzeit 28 authentische Almhütten und Chalets. Die Größe der Hütten beginnt bei 75 m2, die sich über zwei Etagen erstrecken. Alle verfügen über eine Küche mit Essgelegenheit, eine Stube mit Kachelofen, großem Esstisch, Sofa und TV-Gerät, Schlafzimmer, Bad, Terrasse, Garten und ein Wellnesselement. In den Hütten ist dies entweder eine Infrarotsauna oder ein Hotpot, in den Chalets steht beides zur Verfügung. Die Panorama-Sauna, ein allen Gästen zugänglicher Wellnessbereich, besticht durch einen großen Schwimmteich, einen Hotpot, eine Finnische Sauna und eine Kräutersauna sowie einem Ruheraum mit Aussicht auf die umliegende Bergwelt. Das Almdorf Seinerzeit wird unter dem operativen Management der Alpetta GmbH von Rupert Simoner geführt. Hoteldirektor ist Werner Müller.

Bodenständige Gaumenfreuden

Für das leibliche Wohl stehen den Gästen verschiedene Angebote zur Auswahl. Sie können entweder in der Hütte, im Restaurant Fellacher, in der Holzfällerhütte oder im Weinkeller speisen. Alle Möglichkeiten werden gut angenommen: Etwa 80 Prozent der Gäste essen mindestens einmal in ihrer Hütte und mindestens genauso viele einmal im Restaurant. Die Speisekarte entspricht dem jeweiligen „Restaurant“. In der Hütte wird eher Hausmannskost, im Restaurant klassische österreichische Küche, in der Holzfällerhütte rustikale Mehrgängemenüs und im Weinkeller Gourmet-Gerichte serviert. Je nach Saison werden mehrmals pro Woche im Holzofen verschiedene Köstlichkeiten wie Spanferkel, Kalbsstelzen oder Landhuhn zubereitet.
Das Restaurant Fellacher wirkt wie ein guter Dorfgasthof. In der Holzknechthütte, dem kleinsten Restaurant der Welt, haben nur zwei Personen Platz und das Essen wird auf einer Kochstelle am offenen Feuer zubereitet. Für all jene, die gerne Kulinarisches vom Feinsten genießen, ist der Weinkeller die richtige Adresse.
In der gesamten Almdorf Gastronomie werden ausschließlich Zutaten verwendet, die von umliegenden Bauernhöfen stammen. Des Weiteren lehrt man den Gästen auch Neues bzw. erinnert sie an längst vergessenes: Ein Beispiel dafür sind Brötchen, die die Gäste heutzutage morgens frisch gebacken zum Frühstück erwarten. Meist sind sie aus industriell hergestellten Fertigteiglingen und werden lediglich aufgebacken. Das gibt es im Almdorf Seinerzeit nicht. Hier wird einmal pro Woche im Holzofen Brot gebacken. So erfahren die Gäste, dass es eben nur an diesem Tag frisches Brot gibt und lernen dadurch, dass selbst gebackenes Brot einige Tage frisch bleibt und mindestens eine Woche lang richtig lecker schmeckt.

Für jeden das passende Entspannungsprogramm

Was für das leibliche Wohl gilt, gilt hier auch für das Wellness-Angebot: 
Ein Basisangebot gibt es auf jeder Hütte bzw. in jedem Chalet. Nach dem Skifahren im Winter oder nach einer Wander- bzw. Biketour im Sommer einfach im Hotpot oder in der Infrarotsauna entspannen und danach am Kachelofen oder auf der Terrasse ruhen. Da in den privaten Gasträumen bereits einiges vorhanden ist, wird die Panorama-Sauna weniger intensiv genutzt. Hier sind der Schwimmteich im Sommer oder der Hotpot und die Sauna im Winter dennoch ein Grund die Hütte oder das Chalet zu verlassen, um sich unter die anderen Gäste zu mischen. Bis 16 Uhr ist die Panorama-Sauna auch für Kinder geöffnet. Dadurch wird einerseits den Gästen der Wunsch nach Familiensauna erfüllt, andererseits das Ruhebedürfnis der Gäste ohne Kinder berücksichtigt. Dazu gibt es noch eine Kräutersauna und verschiedene Duschen. Im Ruhebereich befinden sich hinter einer Panoramascheibe sechs bequeme Liegen zum Entspannen.

Von Kräuterbädern bis Heubett

Bei den Behandlungen im Alm Spa liegt der Schwerpunkt auf Spa-Behandlungen wie Bäder und Massagen, aber auch dekorative Kosmetik wird angeboten. Zu den Besonderheiten gehören Behandlungen mit Bergkräutern oder dem Heu von Bergwiesen. Das Heu wird oberhalb des Almdorfes von Hand geerntet und traditionell getrocknet. Für das Kräuterbad wird alles in einem großen Topf über offenem Feuer zu einem Sud verarbeitet. Beim Knistern des offenen Feuers und dem Schein von Kerzen genießen die Gäste ihr Kräuterbad in der Holzwanne. Anschließend wird im Heubett entspannt. Wahlweise kann eine Nackenmassage in der Wanne oder eine Ganzkörpermassage dazu gebucht werden. Das Kräuterbad wird als Single- oder Paarbehandlung angeboten. Mit Nackenmassage liegt der Preis bei 85,- Euro für 50 Minuten einschließlich Ganzkörpermassage. Das gesamte Ambiente mit Steinfußboden, Holzbadewannen, offener Feuerstelle mit Kupferkessel passt hervorragend zum Kräuterbad. Weitere Behandlungen mit Bergkräutern sind die Kräuterstempelmassage mit selbst gewickelten Kräuterstempeln, als 40- oder 80-minütiges Treatment buchbar, und die Aromatherapie „Almfrieden“ mit einer abschließenden Bergkräuterpackung. Die Kosmetikprodukte bezieht das Almdorf Seinerzeit von Feuerstein Essentials aus der Schweiz. Dabei handelt es sich um eine Linie, die sich auf das Thema Alpen und Spa spezialisiert hat. Die dekorative Kosmetik stammt von OPI. Die Spa-Mitarbeiterinnen sind schon seit Jahren hier beschäftigt und kennen sich gut aus. Auf einen Spa-Manager oder eine separate Spa-Rezeption wird verzichtet.

Hüttenwirtskonzept

Für das Erlebnis der Gäste im Almdorf Seinerzeit gibt es laut Hoteldirektor Werner Müller ein einfaches Rezept: Menschlichkeit, Natürlichkeit, Herzlichkeit und Individualität. Dem entspricht auch das Hüttenwirtskonzept. Die Mitarbeiter umsorgen die Gäste sichtbar, erlebbar und dennoch unaufdringlich. Egal, ob sie frisches Holz für den Kamin bringen, das Frühstück in der Hütte oder bei Sonnenschein auf der Terrasse anrichten, der Service ist sichtbarer als in anderen Hotels. Er denkt an die gewünschte Tageszeitung und ebenso daran, die Wanderschuhe von Matsch zu befreien oder den Kindern die Angelruten für den Dorfteich vorbeizubringen. Der Hüttenwirt ist Gastgeber, Butler, Concierge und so fest mit der Region verwurzelt, dass er Geschichtenerzähler sowie Wanderführer gleichzeitig ist.
Die Gäste kommen überwiegend aus Deutschland (65 %), gefolgt von Österreich (25 %), der Schweiz und Italien (je ca. 3 %). Die Mehrzahl fährt mit dem eigenen Auto. Jene aus der Mitte oder dem Norden Deutschlands reisen per Flugzeug über Klagenfurt an. Es gibt u. a. Flugverbindungen nach Köln/Bonn, Hamburg und Berlin. In den Schulferien verbringen Familien mit Kindern ihren Urlaub im Almdorf Seinerzeit und Paare gönnen sich gerne mal ein Wochenende. Der Altersdurchschnitt ist jünger als ansonsten in der Wellnesshotellerie üblich und liegt bei 35 bis 55 Jahren. Die Wochenenden sind zu 100 Prozent ausgebucht, die Gesamtauslastung beträgt etwa 65 Prozent.
Momentan wird das Almdorf Seinerzeit weiter ausgebaut. Es entstehen 31 neue Hütten und Chalets sowie ein Kärntner Gutshof mit Stadl als Zentralgebäude. Die neuen Almhütten sind mit 80 bis 190 m2 um einiges größer als die bereits vorhandenen. Sind alle Erweiterungsmaßnahmen erst einmal abgeschlossen, wird das Almdorf Seinerzeit eine weitgehend sich selbst versorgende Ökodorf-Anlage sein mit eigener Energieversorgung, einem Bauernhof mit Biolandwirtschaft, Kräutergärten, Naturschwimmteichen, Biotopen und einem Convention-Center.

Quelle: spa business magazine 2015-1; Fotos: Almdorf Seinerzeit

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