Spa Portrait la cheneaudiere2

 

Das La Cheneaudière liegt in den Vogesen, eine knappe Stunde hinter Straßburg. Es ist ein familiengeführtes Haus, das sukzessive erweitert wurde. Hier ist vieles anders als anderswo und was in Deutschland eher hinter vorgehaltener Hand zugegeben wird, wird hier offen gelebt: „Die Gäste wollen vor allem entspannen und gut essen.“


 

Vor drei Jahren investierten die Inhaber in einen neuen Spa-Bereich – rund 2.000 m², Investitionssumme etwa 4,5 Millionen Euro. Realisiert wurde der Bau vor allem mit lokalen Handwerkern und dem Hausarchitekten. Umfangreiche persönliche Recherchen der Hoteliersfamilie in europäischen Spas gingen dem Umbau voraus. Heute unterscheidet sich das Spa in seinen Attraktionen deutlich von den Mitbewerbern im deutschsprachigen Raum. Da es in Frankreich eine weniger ausgeprägte Saunakultur gibt, auch weniger öffentliche Bäder und Thermen, erwarten französische Gäste ein anderes Angebot. Der Schwerpunkt hier liegt eher auf Wasserattraktionen und die Treatments haben einen ausgeprägten Spa-Bezug, ganz nach dem Motto: Warum sollen Gäste ein Spa aufsuchen, in dem sie eine „normale Rückenmassage“ oder eine „normale Gesichtsanwendung“ erwartet? Erlebnisse zu bieten, die es so nur im La Cheneaudière gibt, ist der Anspruch der Inhaberfamilie.

 

"Die Deutschen verstehen unter Wellness, nackig auf einer Holzbank sitzen und bei 90 °C schwitzen. Die Franzosen hingegen ziehen sich hübsch an und gehen ins Restaurant."

 

 Spa Portrait la cheneaudiere

 

Regionale Elemente bestimmen das Design

 

Natur und Felsen sind die zentralen Designelemente im Spa, denn nirgends erholt sich der Mensch besser als in der Natur. Dem wurde Rechnung getragen, indem vorwiegend natürliche Baumaterialien zum Einsatz kamen – viel Holz, gewachsene Steine, aber auch Fell und Wasser. Die Felsen sind charakteristisch für die Region um Colroy-la-Roche. Zu den Besonderheiten im Spa gehören „lebende grüne Wände“, vertikal bepflanzte Wandelemente.


Der Spa-Bereich erstreckt sich über drei Etagen. Unten befinden sich der Empfang und der Wartebereich, in dem sich die Gäste mit den Therapeuten zu den Anwendungen treffen. Dazu ein warmer Solepool, Softpackliegen, ein Kaltwasser-Pool und als besondere Attraktion der Ruhebereich „Auenwald“, für den man Wasserbetten und Birkenstämme ins Wasser gestellt hat. Hier herrscht eine Atmosphäre der besonderen Ruhe. Im ersten Stock sind das große Thermalbecken mit der Möglichkeit nach draußen zu schwimmen, die Regenwalddusche, ein Hot Tub sowie die Spa-Bar mit Durchgang in den Freibereich, untergebracht. Durch großzügige Fensterflächen haben die Besucher einen freien Ausblick auf den Wald der anderen Talseite. In der 3. Etage des Spa-Bereichs findet man einen großer Ruheraum, die Anwendungsräume, zwei Kraxenöfen und eine Aromasauna. Über eine Hängebrücke erreichen die Gäste die Panoramasauna im Freibereich. Zum Freibereich gehören ein Naturbadeteich, Liegeflächen und eine Außensauna.

 

Das gesamte Spa, inklusive des Saunabereichs, ist – typisch für Frankreich – Textilbereich. Die Gäste nutzen vor allem die Wasserangebote und die Ruheräume. In den Saunen wirken sie teilweise etwas hilflos. Dem möchte Nicolas Decker zukünftig etwas entgegenwirken, indem geführte Saunaevents angeboten werden sollen.

 

Klassische Anwendungsräume mit Liege und ein wenig Technik gibt es im La Cheneaudière nicht. Die Anwendungen finden entweder in den Spa-Suiten „Le Forêt“, „La Prairie“, „Montagne“ oder im Flotarium statt. Der Name der jeweiligen Suite bezeichnet auch das Design. Für jeden Raum wurde eine spezielle Anwendung kreiert. Alle Suiten sind auf Paar-Treatments ausgelegt und mit je zwei Anwendungsliegen und Einzelwannen oder einer Paarwanne ausgestattet.

 

La Cheneaudière3 

Pflege aus der Natur hergestellt für das Spa

 

Für das Spa wurde eine eigene Kosmetiklinie entwickelt. Sie basiert auf den fünf wichtigsten Heilpflanzen der Region: Königskerze, Spitzwegerich, Holunderbeere, Heidekraut und Heidelbeere. Die Produkte werden in einer kleinen Kosmetikmanufaktur in Saverne speziell fürs La Cheneaudière hergestellt, und zwar alle drei Monate, sodass saisonal produziert werden kann und kaum Lagerhaltung anfällt. Die Linie besteht aus sechs verschiedenen Produkten und deckt die überwiegende Mehrzahl der Anwendungen für die gesunde, reifere Haut ab. Die Kabinenprodukte werden überwiegend frisch vor jeder Spa-Behandlung zusammengemischt. Zu den Bestandteilen der Kabinenkosmetik gehören hauptsächlich Honig, Milch, Crème Fraîche, Joghurt, Quark, Haferflocken, Zucker, Salz und Kräuter – alles kommt aus der Region. Auch mit einer lokalen Kleinbrauerei kooperiert das Spa, denn Bierhefe ist bei fast allen Hautproblemen ein hervorragendes Kosmetikum.

 

Es werden vor allem Körperanwendungen als Entspannungsmassagen angeboten und nachgefragt. Gesichtstreatments können dann als Aufpreis hinzu gebucht werden. Die Massagen werden stets von Kosmetikerinnen durchgeführt. Der Beruf des Physiotherapeuten ist in Frankreich ganz anders aufgebaut (es wird hochwertiger ausgebildet), deswegen steht ein Physiotherapeut nicht für Massagen in Wellnessanlagen zur Verfügung. Im Spa sind insgesamt 14 Personen beschäftigt: ein Bademeister, eine Mitarbeiterin an der Rezeption sowie 12 Kosmetikerinnen.

 

"Das La Cheneaudière bietet vom Restaurant über den Wellnessbereich bis hin zu den Treatments außergewöhnliches – eben einfach mehr als das Restaurant, die Therme oder die Kosmetikerin um die Ecke."

 

In Frankreich gibt es ähnliche Probleme mit der Kosmetikausbildung wie in Deutschland. Gute Kosmetikerinnen erkennt man an ihrem beruflichen Werdegang. Sie verdienen etwa 1.500,- Euro netto. Bewährt hat sich die Mischung aus einem Stammteam, das ganzjährig im La Cheneaudière beschäftigt ist, und weiteren jungen Mitarbeitern, die noch Erfahrungen sammeln wollen und nach rund sechs Monaten weiterziehen.

 

Day Spa-Besucher sind willkommen

 

Die Besucher des Spas sind Hotel-, aber auch Day Spa-Gäste. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Haus ist mit 1,3 Nächten im Durchschnitt sehr kurz, aus diesem Grund spielen Angebote zur Frühan- oder Spätabreise eine wichtige Rolle. Der Day Spa-Besuch kostet 85,- Euro pro Person und beinhaltet die Nutzung von 10.00 bis 19.00 Uhr inklusive Mittagsbuffet, bestehend aus Suppe, vegetarischer Platte, Früchte und Salate, sowie Kuchen und Früchtebuffet ab 15.00 Uhr, dazu ein Korb mit Handtüchern. Die Gäste sind in der Regel aus Frankreich (Straßburg, Colmar, Nancy, Épinal). Man findet hier so gut wie keine Deutschen. Fast alle Hotelgäste nutzen auch das Spa. Der Stammgästeanteil des Hauses liegt bei etwa 25 Prozent. Viele kommen auch über Gutscheine ins La Cheneaudière, die man an 44 Verkaufsstellen in ganz Frankreich erwerben kann. Eine sehr wichtige Kooperation ist die mit Relais & Châteaux, denn hierfür gibt es viele Fans, die gerne verschiedene Häuser ausprobieren.

 

Nach dem Bau des Spas wurden die Preise allgemein angehoben. Jetzt drei Jahre später hat sich eine ausgesprochene Spa-Kundschaft entwickelt. 25 Prozent der Gäste buchen eine Spa-Anwendung.

Werbung für das Haus wird in Zeitschriften, aber auch im Radio und bei passenden Sendungen im Fernsehen gemacht. Selbstverständlich setzt man auch auf Social Media. Einen hohen Stellenwert haben die Pressearbeit sowie die Teilnahme an Awards und die damit verbundene Aufmerksamkeit. So erhielt das Le Cheneaudière zum Beispiel den Preis als bestes Spa in Europa.

Die nächste Erweiterung steht ab März 2017 an. Das Restaurant wird vergrößert, auf dem Dach entsteht eine Spa-Terrasse mit Whirlpool und draußen soll es zusätzliche Liegeplätze geben. Solche Ausbauten bzw. Renovierungen werden als Stammgästemarketing genutzt und an verschiedenen Stellen im Haus kommuniziert. Stammgäste planen ihre Aufenthalte tatsächlich nach den Bauabschnitten. Sie sind neugierig und freuen sich darauf, Neues zu entdecken.

 

Mehr Informationen finden Sie unter: http://www.cheneaudiere.de/

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